Wirtschaft ist nicht alles,

… aber ohne Wirtschaft ist alles nichts: Keine Arbeitsplätze, keine Steuereinnahmen, keine Infrastruktur, keine Sozialleistungen. Die Wirtschaft ist ein wichtiger Gestalter und Motor der Gesellschaft. Wenn er brummt, dann kann auch alles Übrige florieren. Davon ausgehend ist für uns Sozialdemokraten Lichtenberg keinesfalls das Synonym für Platte, Nazis und Stasi sondern Lichtenberg hat rund 250.000 Einwohner (7,5 % von Berlin) 5.229 Hektar Fläche (6% von Berlin), ist von Nord nach Süd 13 Kilometer lang, führt von der Landesgrenze bis in die City und ist geprägt von viel Grün in ruhigen Siedlungsgebieten bis zu großstädtischen Flair. Unser Bezirk steht für Citynähe und Umlandanschluss, für Gründerzeit und Moderne, für eine gute Infrastruktur und für über 400 Hektar gut erschlossene Gewerbegebiete.
Mit Stand vom 31.12.2010 sind im Bezirk insgesamt 18.008 Unternehmen gemeldet, davon 117 Industrieunternehmen und 2.968 im Handwerk. Über 53.000 Menschen stehen in unserem Bezirk in Lohn und Brot. Nicht unerwähnt als Wirtschaftsfaktor sollte auch die Tourismusbranche sein. Es ist schon interessant, dass Lichtenberg mit seinen 23 Beherbergungsbetrieben zwar den vorletzten Platz in Berlin belegt, aber mit einer durchschnittlichen Auslastung der Betten von knapp 51 Prozent noch vor Charlottenburg und Reinickendorf rangiert. (Zum Vergleich in Mitte sind es 53 Prozent).

Wir fangen also nicht bei Null an, wenn wir die Wirtschaft in unserem Bezirk weiter stärken wollen. Dabei geht es uns als Sozialdemokraten vor allem darum, unbürokratisch, kompetent und schnell Ansiedlungswillige Unternehmen zu unterstützen. Erste Erfolge konnten wir gerade in jüngster Zeit mit der Ansiedlung der Firma Stadler in der Gehrenseestraße / Ecke Bennostraße in Hohenschönhausen erzielen. Hier werden künftig unter anderem Straßenbahnwagen montiert. Auch die angekündigte Verlegung der Europa- Zentrale von Coca Cola an die Hohenschönhauser Straße ist ein Beispiel dafür. Ein großes Potenzial zur weiteren Ansiedlung von Industrie sehen wir aber auch in der Kooperation mit unserem Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf. Die gemeinsame Vermarktung des Gewerbegebietes „Berlin-eastside“ steht dabei an erster Stelle. Mit rund 1.200 Hektar ist es das größte zusammenhängende Gewerbeareal der Stadt. Nur eine gemeinsame Vermarktung beider Bezirke schafft hier Erfolge, denn zu einem Kinder- und Familienfreundlichen Bezirk gehört auch die Schaffung von Arbeitsplätzen. Mit 21,2 Millionen Euro unterstützt in diesem Gebiet der Senat den Aufbau eines „Clean- Tech- Parks“. Ein Grund für uns, mit einem Energie-Anwender-Park Lichtenberg in die Nähe zu rücken, um unseren Anspruch als energetischen Modellbezirk zu untermauern. Gleichzeitig sollten wir aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass bei uns auch noch riesige Gewerbegebiete leer stehen. Rund 50 Hektar leere Gewerbefläche, die langsam als Wald zuwachsen, schlagen da zu Buche. Deshalb haben wir im Entwurf unseres Wahlprogramms auch formuliert, dass bestehende Gewerbegebiete, für die aber nachweislich kein Investor gefunden werden kann, in Wohngebiete umgewandelt werden. Attraktives Wohnen statt unansehnlicher Brachfläche ist das Ziel. Ein stärkeres Augenmerk gilt auch der Kreativwirtschaft. In der Sewanstraße in Friedrichsfelde hat sich mit „Heikonaut“ ein Kreativzentrum in einem leer stehenden Kindergarten angesiedelt. 40 verschiedene Künstler und Kulturschaffende treffen sich hier. In den „BLO Ateliers“ auf dem ehemaligen Bahnbetriebsgelände Kaskelstraße schaffen mehr als 50 Künstler. Aber, wenn wir die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft nachhaltig verbessern wollen kommen wir nicht um eine klare Aussage zur A 100 und zur TVO (Tangentialverbindung Ost) herum. Denn, wenn wir uns für attraktive Wirtschaftsstandorte und damit für weitere Arbeitsplätze einsetzen, brauchen wir eine Verkehrsinfrastruktur die den übergeordneten Verkehr bündelt, schnell ans Ziel führt und aus den Wohngebieten fern hält. Deshalb macht der Bau der A 100 und deren zügige Weiterführung über die Frankfurter Allee bis zur Anbindung in Pankow Sinn. Die TVO wiederum ist von außerordentlicher Bedeutung für unsere Standorte im Nordosten und derren Anbindung an den Großflughafen BBI.

Ihr Dirk Liebe

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